Die Ablenkung durch das Smartphone am Steuer ist ein ernstes Sicherheitsrisiko. Eine 2025 in Transportation Research Part F veröffentlichte Studie stellte eine einfache Frage: Kann das Umschalten des Handys auf Graustufen die Häufigkeit der Blicke auf das Display beim Fahren oder Gehen reduzieren?
Was die Forscher untersucht haben
Rahmillah und Kollegen entwarfen ein Experiment, um zu messen, wie sich Graustufen auf zwei verschiedene Verhaltensweisen auswirken: das visuelle Betrachten (wie oft und wie lange Fahrer auf ihr Display schauten) und die physische Interaktion (wie oft sie das Gerät tatsächlich in die Hand nahmen oder berührten).
Die Teilnehmer nutzten ihre Telefone sowohl im normalen Farbmodus als auch im Graustufenmodus während Fahr- und Geh-Szenarien. Die Forscher verfolgten die Augenbewegungen und physischen Interaktionen, um festzustellen, ob Graustufen einen messbaren Unterschied machten.
Was sie herausfanden
Graustufen reduzierten die Häufigkeit der visuellen Blicke auf das Handy-Display. Wenn der Bildschirm entsättigt war, fühlten sich die Teilnehmer weniger dazu hingezogen, darauf zu schauen. Die farbenfrohen Benachrichtigungen, App-Icons und Inhalte, die normalerweise die Aufmerksamkeit auf den Bildschirm lenken, verloren in Grau an visueller Anziehungskraft.
Dennoch hielten Graustufen die physische Gewohnheit, das Telefon in die Hand zu nehmen, nicht signifikant auf. Das Muskelgedächtnis, nach dem Gerät zu greifen, blieb weitgehend unverändert. Das ist logisch: Der Drang, zum Handy zu greifen, wird durch Gewohnheit und haptische Reize gesteuert, nicht nur durch das, was auf dem Bildschirm zu sehen ist.
Was uns das über Graustufen verrät
Diese Studie hebt einen wichtigen Unterschied hervor. Graustufen sind effektiv darin, die visuelle Ablenkung zu reduzieren. Sie machen den Bildschirm weniger aufmerksamkeitsstark, was bedeutet, dass man weniger Zeit damit verbringt, darauf zu starren, wenn man sich eigentlich auf etwas anderes konzentrieren sollte. Aber es ist kein Werkzeug, um den physischen Reflex des Greifens nach dem Telefon zu stoppen.
Dies deckt sich tatsächlich mit den Ergebnissen anderer Graustufen-Studien. Die Maßnahme wirkt auf der Ebene der visuellen Belohnung, nicht auf der Ebene der motorischen Gewohnheiten. Sie verringert den Sog dessen, was auf dem Bildschirm zu sehen ist, aber nicht den ersten Impuls, danach zu greifen.
Warum das trotzdem wichtig ist
Obwohl Graustufen die Gewohnheit des In-die-Hand-Nehmens nicht beseitigen, ist die Reduzierung des visuellen Engagements an sich schon wertvoll. Ein Fahrer, der das Handy zwar in die Hand nimmt, aber weniger Zeit damit verbringt, auf den Bildschirm zu schauen, ist immer noch sicherer als einer, der in einen farbenfrohen Benachrichtigungs-Feed gezogen wird. Jede Sekunde weniger Blickzeit ist eine Sekunde mehr mit den Augen auf der Straße.
Und in alltäglichen Kontexten außerhalb des Autofahrens hat die verringerte visuelle Anziehungskraft einen kumulativen Effekt. Wenn der Bildschirm weniger interessant ist, beginnt auch die Gewohnheit des In-die-Hand-Nehmens mit der Zeit nachzulassen, da die Belohnung am Ende der Handlung abnimmt.
Kombination von Graustufen mit anderen Strategien
Die Studie legt nahe, dass Graustufen am besten als Teil eines umfassenderen Ansatzes funktionieren. Speziell für die Sicherheit beim Fahren adressiert die Kombination von Graustufen mit dem „Nicht stören“-Modus und einer Handyhalterung (damit das Telefon nicht in der Hand liegt) sowohl die visuelle als auch die physische Dimension der Ablenkung.
Für die allgemeine Reduzierung der Bildschirmzeit hilft StayGray, indem es Graustufen standardmäßig aktiviert lässt und gleichzeitig intelligente Ausnahmen für Situationen zulässt, in denen Farbe benötigt wird. Die Zeitplanungsfunktion kann Graustufen auch automatisch während der Pendelzeiten oder Fahrstunden aktivieren, sodass Sie nicht selbst an das Umschalten denken müssen.
Referenz: Rahmillah, F. I., et al. (2025). Can greyscale phone screens reduce mobile use while driving and walking? Transportation Research Part F, 114, 498-512. doi.org/10.1016/j.trf.2025.05.029